Unsere Stationsgebäude:

Der DLRG- Bezirk Spandau hat, als Ausflugsziel der Berliner Bevölkerung, auf Grund seiner wasserreichen Umgebung eine umfangreiche Wasserfläche zu betreuen. Um der badenden und erholungssuchenden Bevölkerung eine sichere Freizeitgestaltung zu ermöglichen, hat der Bezirk Spandau wieder seit dem Jahre 1952 Wasserrettung betrieben.

Als erster Bezirksleiter nach dem Kriege hat sich der bewährte - und einer der ersten Mitglieder der DLRG überhaupt - Paul Kellner der DLRG zur Verfügung gestellt. Ihm zur Seite standen damals die Kameraden H.- W. Salmingkeit als stellvertretender Bezirksleiter und Dr. Franzmeyer als Arzt. Die Kasse betreute Renate Müller und als Technischer Leiter (TL) bzw. Rettungswart war der Kamerad G. Fournier tätig.

Diese Kameraden eröffneten am 05. Juni 1952 die erste Wasserrettungsstation nach dem Kriege in Spandau, die Station Bürgerablage.

Als nächstes folgte die Station Badewiese, die im Jahre 1953 eröffnet und von dem Stationsleiter Jochen Mannteufel geleitet wurde. Der Kamerad Mannteufel übernahm auch das Amt des TL.

Dann erfolgte - wahrscheinlich durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt - eine Rezession der DLRG innerhalb des Bezirks, und es konnten die Stationen im Jahre 1954 nur schlecht oder auch teilweise gar nicht besetzt werden. Man überließ die Station der Badewiese der Bereitschaftspolizei.

Durch ein Nachlassen der Führung des Bezirsvorstandes aus beruflichen oder anderen Vereinsinteressen, schrumpfte die Spandauer DLRG von 76 Mitgliedern auf 32 Mitglieder im Jahre 1955 zusammen. Diese kleine Zahl drohte auch noch auseinander zu fallen.

Aus dem Bezirk Charlottenburg kam der Kamerad Lausmann nach Spandau und organisierte den Spandauer Bezirk neu. Ihm zur Seite stand von Anfang an seine Ehefrau Inge. Beide hatten die Aufgabe, aus dem verlorenen Häuflein wieder einen funktionsfähigen DLRG- Bezirk entstehen zu lassen. Von den übriggebliebenen Spandauern stellte sich der Kamerad Mannteufel wieder als TL zur Verfügung. Dieses Dreiergespann schaffte es in relativ kurzer Zeit, aus dem "kranken Spandauer Bezirk" einen Bezirk mit vier Wasserrettungsstationen und einer gut organisierten Ausbildung im Stadtbad Spandau zu machen.

Ab 1958 hatten sich die Stationen in "Feste", d. h. in Holzstationen, verwandelt.

Quelle: "60 Jahre DLRG, 1913 - 1973, LV Berlin"

Ende der 1970er Jahre wurde mit aller Kraft die Erneuerung der Rettungsstationen angepackt. Die Holzbaracken ohne Wasser und Strom hatten ein stattliches Alter von bald 30 Jahren erreicht, so dass mit der Erneuerung unverzüglich begonnen werden musste. Der Umweltschutz meldete sich jedoch zunehmend zu Wort und brachte Bedenken gegen die ufernahen Stationen vor. 1978 wurde daher die Planung für den Neubau von zehn Stationen abrupt gestoppt.

Nach zähem Ringen, bei konkurrierenden Interessen, genehmigte schließlich die Innenverwaltung in Übereinstimmung mit dem für die Forsten zuständigen Senator für Wirtschaft fünf der insgesamt zehn Stationen, die Bürgerablage, Hakenfelde und Große Badewiese für die Spandauer, Grunewaldsee für die Kreuzberger und jene für die Tiergartener am Teufelssee. Die Zehlendorfer, Steglitzer und Neuköllner hatten zunächst das Nachsehen, weil die Entscheidungen für ihre Stationen Jagen 95, Schildhorn und Heckeshorn zurückgestellt wurden.

1980 wurde dann zum Jahr der Stationen. Die acht vorher erwähnten Projekte und die Station Scharfenberger Enge durften endlich gebaut werden, einige wurden sogar im selben Jahr noch fertig. Endlich sollte es Wasser und Strom, einen Sanitäts- und einen Wachraum sowie eine kleine Küche geben. Feste Aussichtsplattformen sollten installiert werden, damit die vor der Station liegende Wasserfläche besser und effektiver beobachtet werden konnte. 3,8 Millionen Mark betrugen die Baukosten für diese acht Stationen, aber noch zwölf weitere müssten erneuert werden.

Der Stolz gebietet es, detaillierte Angaben der Baubeschreibung mitzuteilen: die Häuser haben eine Grundfläche von 55 qm, sie sind der jeweiligen Uferlandschaft angepasst und auf mit Stelzen gesicherten Betonplatten gebaut. In die Stahlrahmenkonstruktion sind außen Pressholzprofile und innen zur Raumaufteilung Gipskartonwände eingefügt. So verfügt die Station über einen 20 qm großen Tages- und Schlafraum für die Mannschaft, die aus sechs Rettungsschwimmern und zwei Sanitätern besteht. Aus dem Aufenthaltsraum lassen sich mittels einer Faltwand zwei Schlafräume mit jeweils vier aus der Wand herausklappbaren übereinander liegenden Schlafplätzen einrichten. 11 qm stehen für die Küche und 5,5 qm für den Waschraum mit WC zur Verfügung. Die Ausgestaltung der Räumlichkeiten obliegt den Kameraden. Das Stationsleben findet in dem 8,5 qm großen Wachraum statt. Mit Hilfe einer Einschubtreppe gelangt die Besatzung von hier aus auf die Beobachtungsplattform auf dem Dach. Eine Schiebetür trennt den Wachraum von dem 10 qm großen Sanitätsraum, der eine sachgerechte Versorgung Verletzter ermöglicht.

Unsere Rettungsboote:

Der Verleger Axel Springer untermauerte im Jahr 1974 seine Verbundenheit zur DLRG Berlin, indem er vier mit 40 PS- Motoren ausgestattete Rettungsboote stiftete. In einer Feierstunde konnten die Schöneberger für die DLRG- Station Kuhhorn ein neues Boot übernehmen, die Tempelhofer für die Station Großes Fenster, die Neuköllner für Heckeshorn und die Spandauer für die Große Badewiese (ohne Bild).